Was man in Gjirokastra unternehmen kann: Der vollständige Reiseführer für die Steinstadt.
Sie fragen sich, was Sie in Gjirokastra unternehmen können? Von der UNESCO-geschützten Burg über osmanische Häuser und Basare bis hin zu traditionellen Speisen – dies ist der vollständige Reiseführer für die Steinstadt.
Die Einheimischen nennen sie die Steinstadt, und wenn man sie einmal an den Hängen des Drino-Tals entlangziehen sieht – die Schieferdächer im Licht glänzen, die Festung alles von oben bewacht –, dann erscheint dieser Name völlig stimmig. Diese Stadt, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, ist einer der bezauberndsten Orte in ganz Albanien: Kopfsteinpflastergassen, die sich in unglaublichen Steilwinkeln hinaufschlängeln, ein Basar, auf dem noch immer Kunsthandwerker geschäftig umherstreifen, und Herrenhäuser aus osmanischer Zeit, die von ihren Balkonen am Hang aus Jahrhunderte miterlebt haben.
Wenn Sie eine Reise planen und sich fragen, was Sie in Gjirokastra unternehmen können, führt Sie dieser Reiseführer durch alles, was sich lohnt – wie Sie dorthin gelangen, wie lange Sie bleiben sollten, Orte, die Sie nicht verpassen sollten, und wo Sie wie ein Einheimischer essen können.
Wie gelangt man nach Gjirokastra?
Gjirokastra liegt etwa 230 km südlich von Tirana. Dank der kontinuierlichen Straßenverbesserungen in Albanien in den letzten Jahren ist die Anreise bequemer denn je.
Mit dem Auto: Die Fahrt dauert etwas über drei Stunden. Sie können entweder von Durrës aus fahren – eine flachere Strecke, allerdings mit stärkerem Verkehr je nach Tageszeit – oder von Elbasan. In beiden Fällen ist die Fahrt landschaftlich reizvoll, insbesondere auf dem Weg nach Süden.
Per Transfer oder organisierter Tour: Wenn Sie sich den logistischen Aufwand ersparen möchten, ist ein privater Transfer oder eine geführte Tagestour die einfachste Option – jemand anderes fährt, und Sie kommen bereit an, die Gegend zu erkunden.
Wie lange sollte man in Gjirokastra verbringen?
Was man in Gjirokastra unternehmen kann: Die Top-Sehenswürdigkeiten
Der Zauber von Gjirokastra liegt in seiner Architektur. Die Stadt war ein osmanisches Handelszentrum, und ihr Reichtum zeugt von den steinernen Häusern und Wehrtürmen, die die Hügel säumen. Hier ist der ideale Ausgangspunkt.
1. Erkunden Sie die Burg Gjirokastra
Die Burg ist das Herzstück der Stadt und die wichtigste Sehenswürdigkeit. Diese gewaltige Festung – deren Ursprünge bis ins 4. und 5. Jahrhundert zurückreichen – ging von Reich zu Reich über, und jedes hinterließ seine Spuren an den Mauern.
Im Inneren befindet sich das Stadtmuseum, eines der umfangreichsten in Albanien, das die Geschichte des Landes von der Vorgeschichte über das Mittelalter bis in die Neuzeit nachzeichnet. Geschichtsinteressierte können hier problemlos zwei bis drei Stunden inmitten der Artefakte, Kleidung und Waffen verbringen.
Während des Zweiten Weltkriegs diente die Burg als Gefängnis und strategischer Stützpunkt. Im Korridor, der zur Außenterrasse führt, sind alliierte und erbeutete Artilleriegegenstände ausgestellt, darunter ein erhaltenes Flugzeug, das vermutlich in Albanien abgeschossen wurde. Besuchen Sie unbedingt den Uhrturm, der Anfang des 19. Jahrhunderts von Ali Pascha Tepelena errichtet wurde und heute ein Wahrzeichen der Stadt ist – sowie den Panoramablick über das Tal von der Promenade aus.
2. Besuchen Sie das Museum für Waffen und Kunst des Sozialistischen Realismus.
Gegen einen geringen Aufpreis beherbergt das Obergeschoss der Burg eine unerwartete Sammlung sozialistischer Realismus-Gemälde – jener staatlich geförderten Kunstrichtung, die die Partisanenkämpfer verherrlichte, welche Albanien von der Nazi-Besatzung befreiten – sowie alte Gewehre und schwere Waffen. Geht man weiter, gelangt man zu den alten Gefängniszellen, deren Wände noch immer die Namen, Gebete und Botschaften der einst hier Inhaftierten tragen. In gespenstischer Stille.
3. Besuchen Sie das Ethnographische Museum
Dieses vierstöckige Haus, erbaut auf dem Gelände des ehemaligen Familiensitzes des Diktators Enver Hoxha, ist keine Hommage an ihn. Vielmehr ist es eine detailgetreue Nachbildung eines traditionellen Hauses aus Gjirokastr aus dem 19. Jahrhundert, ausgestattet mit authentischen Haushaltsgegenständen, Trachten und Küchenutensilien. Es bietet einen unvergleichlichen Einblick in das Leben einer wohlhabenden Familie der Region.
4. Begeben Sie sich in den unterirdischen Tunnel des Kalten Krieges
Versteckt unter der Stadt liegt dieser 800 Meter lange Bunker, der während der kommunistischen Ära und der damit einhergehenden Invasionsangst heimlich als Notunterkunft errichtet wurde. Eine kurze Führung führt Sie durch den Dekontaminationsraum, den Generatorraum und die Luftfilterräume, vorbei an Wählscheibentelefonen und verrosteten Maschinen. Kalt, dunkel und wahrhaft beängstigend – man taucht direkt in die Paranoia jener Zeit ein.
5. Betreten Sie das Zakat-Haus
Dieser dreistöckige Turm, erbaut 1811–1812, ist eines der schönsten Beispiele osmanischer Architektur in Gjirokastra. Er gehörte Beqir Zeko, einem Verwalter von Ali Pascha, und bietet von seiner Lage im Viertel Palorto einen weiten Blick über das Tal. Im Inneren befinden sich verzierte Decken, Lagerräume, eine Zisterne und ein Panoramabalkon, der sich ideal zum Fotografieren eignet.
6. Besuchen Sie das Skënduli-Haus
Das Skënduli-Haus, dessen Ursprünge bis ins frühe 18. Jahrhundert zurückreichen und das 1827 renoviert wurde, ist ein architektonisches Meisterwerk – 64 Fenster, 40 Türen, 12 Zimmer, 9 Kamine und 4 Hammams. Noch heute begleitet ein Mitglied der Familie Skënduli die Besucher und erzählt ihnen Geschichten aus dem Alltag, den Geschlechterrollen und den Festen der osmanischen Zeit.
7. Besuchen Sie Kadares Haus
Gjirokastra ist der Geburtsort von Ismail Kadare, Albaniens berühmtestem Schriftsteller. Er wuchs in diesem Haus aus dem Jahr 1799 auf und verewigte es später in seinem Roman „Chronik in Stein“. Heute ist es ein Kulturdenkmal und beherbergt noch immer Familienerbstücke – ein absolutes Muss für jeden Literaturliebhaber und alle, die Kadares Beschreibungen zum Leben erwecken möchten.
8. Bewundern Sie die Basarmoschee
Die Basarmoschee war die einzige Moschee von Gjirokastra, die die religiöse Unterdrückung durch das Regime überstand und 1973 unter Denkmalschutz gestellt wurde. Wunderschön über dem Basar gelegen, bietet ihr Balkon einen herrlichen Blick über die Altstadt.
9. Einkaufen im Alten Basar
Keine Marktstadt ist komplett ohne ihren Basar, und der von Gjirokastra ist ein wahres Juwel – Dutzende von Läden säumen die Kopfsteinpflasterstraßen und bieten handgewebte Teppiche, traditionelle Kleidung, Steinmetzarbeiten und Souvenirs an. Es ist der perfekte Ort, um zur Ruhe zu kommen, den einheimischen Kunsthandwerkern bei der Arbeit zuzusehen und zwischendurch einen Schluck Raki zu genießen.
10. Besteigen Sie die Ali-Pascha-Brücke
Wer dem Stadttrubel entfliehen möchte, kann einen etwa 30-minütigen Spaziergang zur Ali-Pascha-Brücke (Dunavat-Brücke) unternehmen. Sie ist ein erhaltener Teil des Aquädukts aus dem 19. Jahrhundert, der einst die Zitadelle mit Wasser versorgte. Der Weg führt an alten Häusern vorbei und eröffnet dann den Blick auf das Tal. Die steinerne Bogenbrücke – 4,9 Meter hoch und 12,2 Meter lang – ist ein ruhiger, abgelegener Ort, der sich ideal für Fotos eignet.
Wo kann man in Gjirokastra essen?
Gjirokastra hat eine ganz eigene Esskultur. Zwei lokale Spezialitäten, die man unbedingt probieren sollte: Qifqi, frittierte, gesalzene Reisbällchen mit einem herrlichen Biss, und Oshaf, ein Ziegenmilchdessert mit Feigen, Nüssen und Zimt.
Hotel Bar Restaurant Kodra — Terrasse auf einem Hügel mit einem der schönsten Ausblicke auf die Stadt; traditionelle Gerichte wie langsam gegartes Lamm, gegrilltes Gemüse und hausgemachte Pastete.
Das Zimmer — ein gemütliches, familienfreundliches Lokal im Marktviertel, das Fleischbällchen, Pfannkuchen und hausgemachte Marmeladen serviert, mit ein paar malerischen Tischen auf dem Balkon im Obergeschoss.
Traditionelle Kardhashi-Taverne — versteckt im Viertel Dunavat, ideal auf dem Weg zur oder von der Ali-Pascha-Brücke; großzügige Portionen gegrilltes Lamm, Joghurtauflauf und hausgemachte Pickles, abseits der Menschenmassen.
Ob wegen seiner Burg, seiner Türme, seiner Literatur oder seiner Küche – Gjirokastra gehört unbedingt auf jede Albanienreise. Es ist eine jener Städte, die einen gemütlichen Spaziergang lohnen – nehmen Sie sich also Zeit, sich in der Steinstadt zu verlieren.
